Anaerober Prozess: Prozess unter Sauerstoffausschluss

Biogas ist ein Gemisch aus 50 - 70 % Methan, Kohlendioxid und einigen Spurengasen, wie H2S oder Wasserstoff. Der Heizwert von Biogas liegt bei 5-7 kWh pro m³ (zum Vgl.: Erdgas: ca. 11 kWh/m³). Unter Luftabschluss, Dunkelheit, einer Temperatur von ca. 40°C bzw. 45°C und neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert wird organische Masse von verschiedenen Bakterien zu Biogas abgebaut.

Cellulose: Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände. Wird auch als Zellstoff bezeichnet.

Deponiegas: Bei der bakteriologischen und chemischen Zersetzung von organischen Substanzen auf Müllhalden entsteht sogenanntes Deponiegas, welches überwiegend aus Methan, einem farb- und geruchslosen Gas, und Kohlenstoffdioxid besteht. Die sichere Entsorgung dieses Gasgemischs ist ein sensibles Thema. Wird das Gasgemisch unkontrolliert freigesetzt, schadet es dem Klima; bei sinnvoller Nutzung wird das Deponiegas jedoch zur Energieressource.

Einbringsystem: Die Substrate werden mit Dosiervorrichtungen in den Fermenter eingebracht. Dies geschieht meist über Schnecken oder Presskolben. Gülle und flüssige Substrate werden in Vorgruben geleitet und mittels Pumpen in den Fermenter eingebracht. Der Biogasprozess ist dem Verdauungssystem von Wiederkäuern sehr ähnlich. Die Anlage muss deshalb auch wie eine Kuh regelmäßig "gefüttert" werden.

Einstufige Biogasanlagen eignen sich besonders für die Vergärung von Flüssigkeiten und Substraten mit niedrigem TS-Gehalt und sehr langen Verweilzeiten. Die Prozesstemperatur im Fermenter liegt im Allgemeinen bei 40° bis 45°C (mesophile Vergärung).

Entschwefelung: Proteinreiche Substrate haben oft einen sehr hohen Schwefelanteil, was Korrosionen und Schäden am BHKW zur Folge haben kann. Zur Vermeidung von Korrosion und Geruchsbelästigung muss Deponie- wie auch Biogas aufbereitet und gereinigt werden bevor es zum BHKW gelangt.

Der Fermenter ist ein geschlossener Gärbehälter, in dem aus dem Substratgemisch durch chemische Zersetzungsprozesse von methanbildenden Bakterien das Biogas produziert wird. Er ist das Herzstück jeder Biogasanlage. Für optimale Lebensbedingungen der Prozessbakterien ist der Behälter luftdicht abgeschlossen und wird durch Heiztechnik auf Betriebstemperatur gehalten.

Im Fermenterbau haben sich für die Biogas-Ost Behälter aus Beton und Holz bewährt. Die Vorteile des Holzfermenters sind dabei die Nutzung lokaler Rohstoffe und die Schonung der Umwelt.

Die Fermenterheizung wird meistens vor der Behälterinnenwand verbaut. Es gibt auch die Möglichkeit diese in die Wand einzulassen. Daraus ergeben sich jedoch Nachteile, falls aufgerüstet oder repariert werden soll. Die Heizung erwärmt die eingeleiteten Substrate auf Temperaturen zwischen 40° und 45°C.

Flotatfette sind Fettabfälle vom Fettabscheider eines Schlachthofes.

Im Gärrestlager wird das ausgegorene Substrat gelagert, bis es auf die landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wird.

Gaskühlung: Für die Kühlung des Biogases bieten wir zwei verschiedene Methoden an:
Die erdverlegte Gasleitung kühlt das Gas auf der Länge der Leitung auf Erdtemperatur herunter. Das anfallende Kondensat wird in einem Kondensatschacht gesammelt und füllstandsabhängig zum Gärrestlager gepumpt.

Die zweite Möglichkeit ist die Gaskühlung mittels Wärmetauscher (Rippenkühler) und zugehörigem Kühlaggregat. Auch hier wird das anfallende Kondensat im Kondensatschacht gesammelt und je nach Füllstand zum Gärrestlager geleitet.

Gastrocknung: Die Trocknung des Gases erfolgt durch eine der vorher beschriebenen Kühlungen, wodurch dem Gas kondensiertes Wasser entzogen wird.

Gärsubstrataktivierung: Bei dieser Methode wird das Gärsubstrat aus dem Fermenter heraus durch einen externen Behälter geleitet, wo dem Substrat spezielle Bakterien zugeführt werden. Diese Bakterien können mehr Säure in Methan umwandeln als in herkömmlichen Biogasanlagen. So wird die Säure im Fermenter auf ein Minimum reduziert und der Biogasprozess optimiert.

Hemicellulose: Halbzellulose - gehäckselte Rinde.